„Jede Menge Witz und faszinierende Ausdruckskraft“ – Marbacher Zeitung über „#Freiheit oder Haifische im Glitterpalast“

(von li. nach re.:) Kathrin Heuer (Theaterpädagogin), Ismene Schell (TUSCH  Stuttgart e.V.) und Anja Abele (Theater AG Leiterin und Kunstlehrerin) haben im Oktober 2013 den TUSCH-Vertrag unterzeichnet.

(von li. nach re.:) Kathrin Heuer (Theaterpädagogin), Ismene Schell (TUSCH Stuttgart e.V.) und Anja Abele (Theater AG Leiterin und Kunstlehrerin) haben im Oktober 2013 den TUSCH-Vertrag unterzeichnet.

Unter der Leitung von Theaterpädagogin Kathrin Heuer, dem Regisseur Marcus Kohlbach sowie der Kunstlehrerin und Medienkünstlerin Anja Abele entstand im Laufe des Schuljahres 2013/2014 die generationenübergreifende Eigenproduktion »#Freiheit oder Haifische im Glitterpalast«. Ein Workshop »Aktuelle Musik« unter der Leitung von Oliver Prechtl, der die musikalische Eröffnungssequenz für die Produktion mit den SchülerInnen erarbeitete, begleitete den Inszenierungsprozeß.

Ein Projekt im Rahmen der TUSCH-Partnerschaft des Friedrich-Schiller-Gymnasium und der Utopienwerkstatt. Gefördert von TUSCH Stuttgart e.V. und dem Regierungspräsidium Stuttgart. Wir danken unserem diesjährigen Kooperationspartner Seniorenstift Schillerhöhe, insbesonders Claudia Scheller für die Organisation und Betreuung.

Presseartikel: „Schüler erreichen die Herzen der Zuschauer“

„Es scheint, als wären nicht nur die Schüler etwas weiser geworden bei diesem Projekt, sondern die beteiligten Senioren etwas jünger […] mit jeder Menge witziger oder hintersinniger Kommentare am Rande und mit faszinierender mimischer Ausdruckskraft erreichten die Schüler Szene um Szene die Herzen der Zuschauer. So konnten sich nach und nach die feinen Zusammenhänge der rasch wechselnden Sendungen, Bilder und Bezeichnungen offenbaren.

Radio Welle schwimmt auf bewegter See im imaginären Schiff mit den Reifen-Bullaugen. Der hier besungene Haifisch hat nicht Zähne wie bei Brecht, sondern Tränen, „die du nicht siehst“, denn er lebt ja im Wasser. Im „Glitterpalast Beauty“ über ihm geht es zunächst tussimäßig um Mode, später auch um Ratten, die sterben müssen für Gesichtscreme. Schauspielerisch köstlich ist unter anderem die Diskussion der Beauties über Sinn und Unsinn von Schuluniformen, einer der vielen angesprochenen Aspekte des Themas Freiheit.

Ein von einer Ratte ausgelöster Defekt demonstriert unterhaltsam die Abhängigkeit von Strom, und weil der Schiffskoch nicht mehr kochen kann, dreht sich die Debatte um Genmais, weggeschmissene Lebensmittel, die „unantastbare Freiheit der Fische“. Später greift ein Tauschring-Fan diese Facette nochmals auf. Als die Puppy-Show die letzte Rate von „Hans im Glück“ erzählt hat, schließt sich auch hier ein Kreis. Hans, der Gold besaß, hat alles eingetauscht und fühlt sich frei und glücklich dabei. Ein paar Interviews weiter, in denen ein „Entscheidungsprofessor“ und andere komische Gelehrte sich mit der Frage „Freiheit oder Sicherheit“ beschäftigen, hat Carolin D. ihre sichere Karriereplanung über Bord geworfen.

Als zauberhafte Verknüpfungen erweisen sich erst zum Schluss auch die Einlagen, die das Thema Liebe umkreisen, Gedankensplitter über die „freie Liebe“ und sexuelle Bestimmungen eingeschlossen.

Anhand einer von einer Seniorin eingereichten Matruschka-Darstellung studiert die Besatzung das Problem unfreier Nationen. Zärtlich wird die Muschel weitergereicht, die in einem Video aus dem Seniorenheim zuvor eine Rolle spielte – eine subtile Geste für den Austausch zwischen Alt und Jung.“

Quelle: Astrid Killinger, „Schüler erreichen die Herzen der Zuschauer“, Marbacher Zeitung, 12.5.2014

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s